Was römische Soldatenkaiser und die aktuelle Flüchtlingskrise gemeinsam haben

Die Assoziationen zwischen der deutschen Kanzlerin Merkel und dem spätantiken Kaiser Konstantin sind offensichtlich und doch gibt es mit den Soldatenkaisern im 3. Jahrhunderts bereits viele Anknüpfungspunkte zu heutigen Entwicklungen. Konstantin hatte bekanntlich dem Christentum zugesprochen und eine Reichsteilung beschlossen, er ist somit verantwortlich sowohl für den beginnenden Untergang wie für eine späte Blüte des Reiches, während die hier zu besprechenden militärischen Herrscher den Herausforderungen in erster Linie mit Abwehrmaßnahmen begegneten.

Probleme im Spiegel der Zeiten

Heute wie damals sind es fremde Völkerschaften, die eine gemeinhin höher entwickelte, reiche Kultur überfluten in der Hoffnung auf ein Stück vom Kuchen und die Römer tendierten im Gegensatz zu Angela Merkel zu einer völlig anderen Auslegung von „Wir schaffen das“. Die Soldatenkaiser, beginnend mit Probus in der Mitte des 3. Jahrhunderts, versuchten die Grenzen zu sichern, hatten aber aufgrund des Chaos mit Bürgerkrieg, Sonderreichen im Osten und in Gallien und mit hoher Inflation zu kämpfen. Zudem wurden die allermeisten ermordet und hielten sich nur wenige Jahre. Mit aller Macht wurde versucht, die Auflösungserscheinungen an den Rändern des Imperiums zu verhindern und die Erhaltung Roms ist gemeinhin der Verdienst dieser Militärs.

triumph_asia_eternal-city-presentation_updated_2016-1-13-1-960x250

Nur eine Verschiebung?

Der sogenannte Youth Bulge, also das Überborden neugeborener Kinder, vor allem Söhne, führte wohl auch zu Zeiten des Römischen Reiches zu einer Völkerwanderung. Heute wird gern der Krieg in Syrien bemüht für die Flüchtlingskrise, aber all die Zuwanderer aus Afrika, dem Orient und aus dem Maghreb fliehen in erster Linie aus Perspektivlosigkeit. Die Verbindungen zu Rom sind offensichtlich und so stellt sich die Frage, ob Merkel und die anderen europäischen Führer diesen Völkersturm überhaupt aufhalten könnten. Die Soldatenkaiser haben es versucht und erhielten das Reich tatsächlich, doch später waren es eben Figuren wie Konstantin und Diokletian, die viele Zugeständnisse machten und damit sicher unbewusst an einer endgültigen Aushöhlung der Macht arbeiteten. Ist Merkel also ein Konstantin oder ein Soldatenkaiser? Mit Sicherheit wird ihre Politik den Sturm auf Europa beschleunigen, doch wie die einstige Epoche im 3. Jahrhundert zeigt, kann ein Geburtenüberschuss nicht aufgehalten, sondern in seinen Auswirkungen nur verzögert werden. Dem alten Kontinent steht deshalb die kulturelle Umgestaltung noch bevor und es ist eher von einem Rückschritt in der Entwicklung auszugehen wie etwa im Mittelalter, als von einer Verbesserung und von einer progressiven Vorteilnahme durch eine mitnichten kluge Politik.