Römische Cäsaren: Große Staatsmänner und einige Wahnsinnige

Der Begriff Cesar meint zunächst jenen berühmten Anführer und Imperator mit Namen Gaius Julius, der zu den Iden des März im Jahre 44 v.Chr. von Verschwörern aus Angst vor zu großer Machtfülle erdolcht wurde. Als Titel blieb der Cesar danach präsent und weil das erste Jahrhundert vor unserer Zeit auch das endgültige Scheitern der römischen Republik zu sehen bekam, erhielt sich diese Bezeichnung für alle Herrscher bis hinein in die Spätantike und deren Christianisierung. Wer aber waren diese Gestalten, die gottgleiche Macht erhielten und welche sind die berühmtesten Figuren? Es gibt in der Regel die Einteilung nach den Häusern, Linien, Auswahlformen der Staatsmänner, doch zugleich existieren natürlich auch jede Menge Mythen und Übertreibung zu mancher römischen Herrschergestalt.

Nach Julius Cesar: Der Ausbau der Macht

24-225x300Erinnern wir uns: Zu Beginn des 1. Jahrhundert v.Chr. übertrug der römische Senat aufgrund des Bürgerkriegs mit dem größenwahnsinnig gewordenen Marius alle Macht an Sulla, der das Problem löste, dann aber zurücktrat und so eines der selten Beispiele für freiwilligen Machtverzicht wurde. Später, nach Julius Cesars imperatorischer Machtfülle, war das in Rom nie wieder der Fall, und die folgenden Kaiser von Augustus bis in die späten Herrscher der julisch – claudischen Linie übertrugen die Macht nach dem dynastischen Prinzip an Verwandte. Hier sticht natürlich einmal der ungemein wichtige, weil konstituierende Octavian heraus, der den Bürgerkrieg beendete und das Reich zu neuer Größe führte. In seiner Nachfolge gab es dann aber auch Figuren wie zum Beispiel Caligula, der sein Pferd zum Konsul ernannte, oder den zwiespältigen Nero, der neben anfänglicher Begeisterung für Kunst und Philosophie vor allem für seinen späteren Cäsarenwahn berühmt ist. Den Abschluss dieser Epoche bildet das Vierkaiserjahr 96 nach Christus, das einen Übergang der Dynastie hin zu den Flaviern und ihrem ersten Kaiser Vespasian darstellt.

Die Auswahl der Besten und spätere Dynastien121-300x225

Enorm berühmt und schon zu Lebzeiten ungemein populär waren die sogenannten Adoptivkaiser. Herrscher wie Trajan, Hadrian oder auch Antonius Pius und der in der Philosophie nicht unwichtige Marc Aurel haben Rom zur höchsten Blüte geführt, zahllose kulturelle Errungenschaften verzeichnet und wahrscheinlich speist sich der Ruhm des Römischen Reichs auf diese Epoche, die sogar Mädchenschulen einführte und die Grenzen zeitweise bis an den Euphrat verschob.

Diese Zeit ging Ende des 2. Jahrhunderts zu Ende und es folgte auf den zweifellos verrückten Commodus die Dynastie der Severer, die in der akuten Reichskrise gut 50 Jahre durch die sogenannten Soldatenkaiser abgelöst wurde. Später gab es dann noch einmal die Konstantinische Dynastie, die von einer Zuwendung hin zum Christentum und von der Reichsteilung geprägt waren.