Rom und seine Provinzen im Überblick

Es wäre sicher müßig, in einem Artikel alle Provinzen des Römischen Weltreichs durchzuackern, schließlich beherrschte die Stadt am Tiber im Laufe ihrer mehr als tausendjährigen Geschichte unzählige Regionen Europas, Asien und Afrikas. Und doch gibt es zugleich einige Hotspots, die immer wieder an der Historie mitschrieben und es lohnt sich heute noch ein Besuch der antiken Stätten vor Ort. Wichtig ist vor allem auch die Bewirtschaftung beziehungsweise der Besitzstand, gab es doch kaiserliche, senatorische und freie Provinzen.

113491_800Judäa: Der Unruheherd im Osten

Jeder kennt die Geschichten von Pontius Pilatus, Jesus oder auch von Aufständen unter Bar Kochba in Jerusalem und die Provinz gehörte zweifellos schon unmittelbar nach ihrer Einrichtung im Jahre 44 v.Chr. zu den ganz speziellen Gebieten im Römischen Reich. Die permanenten Widerständler vor Ort, die Juden und ihr Kampf gegen religiöse Bevormundung, mussten schließlich im Jahre 135 n Chr. zur Diaspora gezwungen werden, die Provinz wurde aufgelöst und hieß fortan Syria Palaestina.

Germania: Inferior, superior und stets eine Grenze

Man muss gar nicht die Schlacht im Jahre 9 in Germanien bemühen, bei die Römer unter Heerführer unter Varus Legionen verloren – Germania lag auch so stets an der Wehrgrenze, geschützt zwar vom 113582_800Limes, doch ständig angegriffen und bedroht durch die tapferen Kämpfer nicht nur unter Herrmann dem Cherusker. Obwohl so gut wie alle Kaiser nach Julius Cäsar versuchten, das Reich wenn schon nicht auszudehnen, dann doch ein gewisses Vorfeld zu schaffen und in Germania beziehungsweise dessen Aufteilung in zwei Provinzen wurde dieser ständige Kampf besonders deutlich.

Gallien und die Bedeutung in der Spätantike

Die Eroberung Galliens, die Bezwingung von Häuptlingen wie Vercingetorix, war Cäsars größter Erfolg und obwohl die Region lange stabil blieb, gelangten von hier aus im chaotischen 3. Jahrhundert die gallischen Sonderreiche zu großer Bedeutung. Und auch noch viel später war es diese Gegend, in der sich das Schicksal des Mittelalters entschied, denn die Mischung aus römischen und germanischen Recht fand in der sogenannten Achsenzeit am ausgehenden Altertum hier ihren besonders ausdrucksstarken und lebendigen Fortgang bis hin zur Durchmischung und Vollendung.